Warum!

Warum zur Hölle stört es eigentlich niemanden mehr, wenn sich ein obdachloser Mann an einem Wiesbadener Zierbrunnen die Zähne putzt und sich wäscht, während im Café nebenan der Latte Macchiato geschlürft wird? Warum ertrage ich die ganzen Bettler auf dem Weg zum Wochenmarkt, um dort für 6 Euro 500 Gramm grünen Spargel zu kaufen? Warum entwickeln wir aus unserer Betroffenheit über die verschmutzten Weltmeere und die ertrinkenden Flüchtlingskinder keine Handlung und Veränderung? Warum kümmert es uns nicht, wenn uns Politik und Wirtschaftslobbyismus an der Nase herumführt? Warum lassen wir es zu, das unsere Kinder in abgefuckten Schulgebäuden sitzen und mittags Fast-Food-Essen aus Aluschalen vorgesetzt bekommen? Warum erobern wir uns unseren Lebensraum in Städten nicht zurück, sondern opfern Grünstreifen für Parkplätze? Warum kaufen wir zuckerhaltiges Mineralwasser von Nestlé, die das Wasser aus Afrika stehlen? Warum gehen Menschen bei H&M T-Shirts für 3,99 Euro im Dreierpack kaufen, die von Kindern in baufälligen Ruinen in Bangladesh genäht werden?

Warum nur?

Sind wir gefangen in einer unbewusster Starre und lassen uns steuern von den Systemen, die wir eigentlich gar nicht wollen? Oder fehlt uns der Mut auszubrechen und aufzustehen? Sind wir so leicht steuerbar, indem der Kühlschrank voll ist, die Rente sicher und im Fernsehen immer eine Casting-Show läuft?

Antworten gerne an mich!

 

About Sascha

Sascha is a changemaker for social change and wants to create new solutions for a better society.

2 Comments

  • GÜ-NN1 says:

    JA, wir sind Gefangene unseres eigenen “Hamstersrades” aus “Glück durch Konsum” und “Ellbogen-Mentalität”. Dabei kann der Sinn für Verantwortung für Andere auf der Strecke bleiben. So sitzt man dann im Café und guckt der Morgenwäsche eines Obdachlosen zu.
    Veränderung entsteht erst, wenn der Mittelpunkt des Denken von “ICH” nach “WIR” wandert.

  • Simone Ried says:

    Hallo Sascha,

    Du bringst es auf den Punkt. Ich kann die Antwort auf die vielen “Warum?” selber nicht finden. Nur versichern, dass mein Umdenken lange begonnen hat, und ich heute bewusster Entscheidungen treffe. Es ist unbequem. Ja, das ist es. Und ich muss jeden Tag abgleichen, ob das, was ich tue, in Ordnung ist.

    Aber, wir können was tun. Wir können uns zusammentun und unsere Kraft, unsere Kreativität, unseren Willen bündeln. Ich beobachte, dass sich vieles schon bewegt, wenn auch nur sehr langsam. Wenn sich die einzelnen Akteure stärker vernetzen, können sie über eigenen Projekte und Ziele hinaus in der Gemeinsachaft Visionen stärker vorantreiben. und Menschen “anstecken”. Und hier sehe ich in Wiesbaden schon ein klitze kleine Veränderung.

    Dennoch, der kritische Blick auf das eigene Tun ist und bleibt unabdingbar!

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