Streben wir nach einer Welt, die es nicht geben kann?

Zugegeben, die Frage ist ein bisschen off-topic, aber irgendwie doch nicht. Mich beschäftigt das seit einigen Jahren und ich habe natürlich auch keine Antwort. In verschiedenen Gesprächen in den letzten Wochen sind mir aber zwei Bilder hängengeblieben, die mich ziemlich desillusionieren. Da ist zum einen der Tiger, der in der freien Natur der stolzen Elefanten-Mama das frisch geborene Baby entreisst und frisst. Nichts kann die Brutalität der Natur und des Daseins von Leben auf diesem Planeten schrecklicher abbilden. Als Mensch zerreisst mir dieser Anblick das Herz.

Zum anderen fand ich ein Statement des Bergsteigers Reinhold Messner interessant, das er vor kurzem im einem TV-Interview erläuterte. Darin beschrieb er den Gegensatz zwischen einer gesellschaftlichen Moral und der genetisch bedingten Überlebensmentalität des Menschen. Er meinte damit, das wir uns in der Gesellschaft eine Moral verleihen, die wir aufgrund unserer eigenen Natur gar nicht erreichen können.

Ist es also so, das wir Teil einer Natur sind, in dem wir aus Selbstschutz auch die Babys anderer Mütter fressen? “Du sollt nicht töten.” oder “Du sollst nicht lügen.”? Wundern wir uns also über das Gehalt von Vorständen der Deutschen Bank, über die Verschwendungssucht von Bischöfen oder über Industriespenden an politische Parteien vor wichtigen Gesetzesentscheidungen?

Sind die, die wir so sehr verachten einfach nur die Tiger und die Gutmenschen sind die Elefanten-Babys? Was dann? Ich suche weiter nach Antworten.

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